Leitbild

WAS GESCHIEHT IN EINER SPIELGRUPPE?

 Die Spielgruppe ist ein soziales Erfahrungsfeld. Die Kinder lernen dabei, ihren eigenen Platz in einer Gruppe mit gleichaltrigen Kindern zu finden. Sie lernen sich zu behaupten, Rücksicht aufeinander zu nehmen, sich gegenseitig mit Stärken und Schwächen zu akzeptieren. Einander helfen, zuhören, aber auch streiten und wieder Frieden schliessen, sind Bestandteil des Gruppenlebens. In der Spielgruppe wird gespielt und mit verschiedenen, veränderlichen Materialien gewerkt. Es wird gesungen, geknetet, gemalt, gelärmt. Bewegungsspiele sind möglich, sowie auch das ruhige Zuhören, wenn Geschichten erzählt werden.
Spielerisches Erleben, lustvolles Entdecken und Ausprobieren stehen im Zentrum aller Aktivitäten und nicht die Herstellung von Bastelprodukten. Das Kind hat auch die Möglichkeit sich zurückzuziehen, zu beobachten und auf seine Art am Spielgruppengeschehen teilzunehmen. Die Kinder bestimmen weitgehend die Aktivitäten. Die Leiterin bietet dazu den möglichen Freiraum mit klaren Grenzen.

 

FREIES SPIEL UND GRUPPENGEMEINSCHAFT IM GARTEN:

 Das freie Spiel und das Erfahren stehen im Mittelpunkt. Mitzuerleben-, gestalten und mithelfen Pflanzen, Gemüse, Früchte zu pflegen und zu hegen. Staunen, wie aus einem Samen oder einer jungen Pflanze ein Kopfsalat oder eine Karotte wird. Staunen, wie viel es dazu braucht, bis so ein Kopfsalat oder so eine Karotte gewachsen sind. Zusätzlich haben die Kinder den Raum und die Ruhe zum Spielen, Entdecken, Toben, Staunen und um Kräfte zu messen. Die Kinder dürfen ihre Energie entfalten. Spannungen können sich auflösen. Ausdauer und Grenzen werden erfahren. Es ist Freiraum gegeben, um sich zu entfalten und es gibt Vieles zum Entdecken. Im Garten werden alle Sinne angesprochen. Die Motorik wird geschult und die Geschicklichkeit gefördert. Grenzen erfahren und Ausdauer trainiert. Alleine oder in der Gruppe. Die vier Elemente Feuer/Wasser/Luft/Erde werden erfahren und zu respektieren gelernt. Die Natur und den Garten beobachten, die Jahreszeiten, den Wandel, das Wachsen und das Sterben. Lernen, Sorge zu tragen und zu staunen.

 

WAS BRINGT EINE SPIELGRUPPE DEM KIND?

Im sicheren Rahmen einer Spielgruppe kann das Kind die langsame Ablösung von seinen Bezugspersonen üben. Es erweitert seine handwerklichen, sprachlichen und motorischen Fähigkeiten. Durch die Spielgruppe bekommt das Kind seinen ganz persönlichen Erlebnisbereich. Es findet durch die Gruppenerfahrung einen guten Übergang von der Familie zur Grossgruppe im Kindergarten.

 

SPIELGRUPPENLEITERIN

Die Spielgruppenleiterin begleitet , fördert, unterstützt, tröstet und motiviert die Kinder, immer im Sinne von „Hilf es mir selbst zu tun“.

Die Spielgruppenleiterin pflegt laufend den Austausch mit den Eltern und stehen für individuelle Gespräche zur Verfügung.

 

PÄDAGOGISCHER AUFTRAG

Die ersten Jahre sind für das Kind eine Phase von intensivem Spiel und Kreativität. Durch bewusstes Beobachten nimmt die Spielgruppenleiterin die Bedürfnisse der Kinder wahr und stellt entsprechende Spiel- und Werkmaterialen bereit.

Die pädagogischen Aktivitäten im spielerischen, musischen und kreativen Bereich sind für die Kinder freiwillig, so dass das einzelne Kind die Möglichkeit hat, auf seine Art am Geschehen teilzunehmen.

Die Spielgruppenleitung bietet konkrete Unterstützung in folgenden Bereichen:

  1. a)      Emotionaler Bereich
    –     Gefühle leben (lachen, weinen, trösten, feiern, gewinnen, verlieren etc.)
    –     eigene Person wahrnehmen (Körper, Emotionen, Sinne etc.)
    –     Selbstvertrauen gewinnen
    –     Unbekanntes entdecken (Räume, Material, Lebewesen, Sinne etc.)
  2. b)     Kreativer Bereich
    –     Förderung des Bewegungs-, Tätigkeits- und Erforschungsdrangs
    –     Rollenspiele
    –     malen, tanzen, turnen, musizieren, erzählen, erfinden etc.
  3. c)      Kognitiver Bereich
    –     Sprachentwicklung
    –     Aufmerksamkeit
    –     Erfahren eines Lebensrhythmus (Jahreszeiten, Rituale etc.)
  4. d)     Sozialer Bereich
    –     Gruppe als Lernfeld
    –     neue Bezugspersonen, Ablösung von den Eltern
    –     Grenzen, Konflikte, Lösungen erleben